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Angsterkrankungen Sammelthread

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    • Angsterkrankungen Sammelthread

      Da ich heute im Phenibut Thread auf einen passenderen Thread für die Angstthematik verwiesen habe aber selber nichts passendes gefunden habe, möchte ich diesen Thread als Probelauf ins Leben rufen. Sollte es kein Interesse an diesem Thema geben werd ich ihn bei zu wenig Nutzung wieder entfernen.

      LG Earl
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      Moderative Aussagen sehen so aus lookat
    • Okay, dann mach ich mal den Anfang mit einem guten Tip:
      Angsterkrankungen sind dann scheiße, wenn man ihnen nachgibt. Wer so wie ich Angst vor Krankheiten hat sollte nich jedesmal zum Arzt rennen. Mit jedem Mal wo man nachgibt und sich von der Angst fernhält bzw. sogar sich nen Kick holt indem man sich die Angst "nehmen lässt" wie vom Arzt chronifiziert man sie nur mehr. Bezieht sich aber natürlich auch auf andere Ängste, wer Angst vor Menschenansammlungen hat wird es immer schwerer haben je mehr er die Öffentlichkeit meidet etc - Das ist unausweichbar, auch wenn man denkt dass es irgendwann wieder geht. Das tut es aber zu 99% nicht, wenn man das Vermeidungsverhalten aufrecht erhält.

      Darum kann ich jedem nur empfehlen, der eine leichte Angsterkrankung hat, sich zu stellen. Notfalls mit'm Arzt / Therapeuten. Mir hat vor einem Jahr schon ein Arzt gesagt dass dieses ständige immer wieder kontrollieren den Teufelskreis aufrecht erhält und verschlimmert, dummerweise habe ich nicht gehört und habe trotzdem zig Untersuchungen mitgemacht, teils doppelt, dreifach, vierfach, fünffach.. oh, und heute bin ich seit einem halben Jahre krank und in Reha deswegen.

      Das dumme an Ängsten ist, dass sie so wenig anerkannt sind. Mit einem gebrochen Bein nicht arbeiten gehen ist okay, mit einer gebrochen Psyche hingegen steht man schnell als Hypochonder da. Das hast sich zwar schon verbessert, aber.. so richtig 100 prozent anerkannt ist es leider nach wie vor nicht, obwohl die psychosomatischen Behandlungen und Beratungen immer weiter zunehmen. Jedenfalls steht man nicht alleine da. :)
    • Ja, das kann ich nachvollziehen. Würde mir nicht anders gehen wenn ich von sowas nie betroffen gewesen wäre - Da kann man einem psychisch gesunden keinen Vorwurf machen. Es hilft nur eins: Eine vernünftige Geschichte die man erzählen kann die einem nicht zu peinlich ist aber trotzdem erklärt was man hat.
      Eine "somatoforme Störung" ist zum Beispiel besser und verständlicher als Panikattacken oder Depressionen - So sehe ich das jedenfalls und erkläre das auch so. Somatoforme Störung muss man immer erklären, da können die meisten nix mit anfangen. Da bietet sich dann die Gelegenheit mehr zu zu sagen. Betrifft natürlich meinen Fall weil meine Angsterkrankung halt körperliche, wilde Symptome mit sich bringt. :) Ich denke es findet sich aber für jeden eine Umschreibung, die gut ankommt und die man gut über die Lippen bekommt.

      Bei mir isses auch so, dass ich Führungskraft und Leistungsträger bei uns bin, quasi der der auf der Arbeit wohnt und auch in seiner Freizeit stundenlang da ist. Daher denken die Leute ich habe Burnout - Ist mir auch lieber, damit kann auch wieder jeder was anfangen, im Gegensatz zu Panikattacken. :)
    • Ich hatte Jahre mit Agoraphobien zu kämpfen. Das ist eine Form von Sozialphobie - zumindest in meinem Fall. Vor allem an Supermarktkassen war es extrem schlimm. Autofahren war auch fast nicht drin, vor allem Autobahn und Ampeln waren die Hölle. Panikattacken im Baumarkt, oder beim Meeting in der Firma und auf Beerdigungen im Gottesdienst, alles erlebt. Ich bin seit einigen Jahren aber relativ angstfrei. Angstfrei heißt aber nicht, dass ich gar keine Angst habe, das heißt, das ich damit umgehen kann. Ich bin heute im Gegensatz zu vor ca. 5 Jahren extrem selbstbewusst und stark geworden.
      Angst will uns meistens etwas sagen, sie will, dass wir aufmerksam sind und zuhören und sie will vor allem gespürt und akzeptiert werden. Angst ist ein Teil von uns, den wir auch als solchen annehmen müssen. Angst wird durch Vermeidung, also vor allem auch durch Subtanzvermeidung immer schlimmer - ich habe immer mit Alkohol vermieden, da kann sich jeder ausrechnen, was das für ein Mist war, irgendwann. Mein Tag war komplett durchgeplant, um in keine unkontrollierbare Situation zu kommen und Ich hatte mir für Notfälle überall hin kleine Obstlerfläschchen in Jacken oder Rucksäcken versteckt. Ihr wisst Bescheid ;)
      Ich kann nur jedem raten, seine Angst nicht zu betäuben, denn je länger man sie vermeidet, desto länger braucht man auch um sie los zu werden. Deshalb sehe ich das auch so sehr kritisch, wenn Leuten Kratom als Mittel gegen Ängste vorgeschlagen wird. Es wird dadurch nicht besser, ganz im Gegenteil.
      Angst ist, sofern psychisch bedingt heilbar. Man kann wirklich davon loskommen und frei werden. Es ist je nach Ausprägung sicher nicht so einfach, aber es ist machbar. Substanzen sollten man, wenn überhaupt, mit Bedacht anwenden. Ich würde heute jedem zu CBD raten. Aber Substanzen verleiten eben immer dazu wieder zu vermeiden, was die Angst letztlich verschlimmert.

      The post was edited 2 times, last by Kratobi ().

    • Du hast da völlig Recht.
      Ich hatte nach meiner Depression die während des Kratom Konsums viel besser wurde(aber aus anderen gründen nicht vom Kratom) auch mit Ängsten zu tun sollte eigentlich auch in Therapie deswegen.
      Geholfen hatte da nur noch extra Kava zum Kratom da war's ok.
      Ohne Kava war ich nicht gut unterwegs.

      Es wurde aber plötzlich viel besser nachdem ich einen Cannabis Entzug und danach den Kratom Entzug gemacht hab.
      Seit dem Kiffe ich wieder wie vorher nur hab ich keine Ängste mehr.
      Anscheinend hat es am Kratom gelegen , seit ich das nicht mehr nehmen bin ich praktisch wieder Normal.
      Es hat bestimmt irgendwie die Verarbeitung blockiert und in Kombination mit dem Cannabis ist denke ich die Angst entstanden.
      Das war auch das was ich meinte als ich mal sagte das ich glaube das Kratom Psychotisch machen kann.
      Ich hab mich täglich so heftig mit meiner Frau gestritten.
      Seit dem Entzug fast überhaupt nicht mehr , ich merke das aber auch an ihr , zwar nicht so doll aber man steigert sich leicht in Sachen rein , wo ein Nüchterner Mensch schon längst beim nächsten Thema ist.

      Was ich damit sagen möchte , durch den ständigen Substanz Konsum gegen Angst oder Depression wirds auf dauer nur schlimmer.
      Deswegen meinte ich ja im Phenibut Thread , man soll sich einen Plan machen wie man da raus kommt bevor man sich Substanzen zur Hilfe nimmt.

      Nachdem ich aufgehört hatte Kratom zu nehmen , hab ich mich jetzt wirklich lange Körperlich scheisse gefühlt und teilweise ist man auch verzeifelt.
      Aber nicht an den Problemen die vorher da waren , während des Konsums , eher daran das man denkt man wird nie wieder normal.

      Aber vom Kopf her war es das beste was ich machen konnte.
      Die Sozialphobie ist fast weg , kann einfach mit jedem locker quatschen den ich treffe ohne mich innerlich zu winden , zu schwitzen und nervös zu werden.
      Denke das lag bei mir daran , das ich mich auf Kratom nur mit Leuten unterhalten mag die ich 100% mag , ansonsten ist es super unangenehm gewesen und kaum zu ertragen.
    • @KratomAlien

      Interessant, ist bei mir auch so. Ich bin auf dem Land aufgewachsen und hatte früher nie Berührungsängste bzgl. Spinnen, zudem bin ich sehr fasziniert von ihnen (auch nach wie vor), hab aber mittlerweile eine leichte Phobie davor entwickelt. Ist nicht so, wie bei ganz schlimmen Fällen, gibt ja Menschen die trauen sich nicht mehr aus dem Haus, weil sie Angst davor haben, einer Spinne zu begegnen, aber neulich hatte ich z.b. ne größere Hausspinne im Zimmer und da war ich schon leicht panisch. Habs dann aber geschafft, die Spinne mit Glas, Papier und einem Stück Karton unter dem Papier (ich wollte auf keinen Fall, dass ich durch das Papier das Krabbeln dieses Getiers spüre, daher noch der Karton unter dem Papier :D) vom Balkon zu werfen. Auch so eine irrationale Angst, dass die Spinne aus dem Staubsauger klettern könnte (was in vielerlei Hinsicht absoluter Quatsch ist), tritt auf einmal auf.
    • Das ist ja mal ein interessanter Ansatz. Es ist ja bekannt, dass Opioide eine Hyperalgesie, also eine Empfindlichkeitserhöhung auf Schmerzen verursachen können: Bedeutet, sie lindern zwar akut Schmerzen, sorgen aber dafür dass man eher Schmerzen wahrnimmt, teils auch solche, die entweder keinen oder kaum einen Schmerzreiz auslösen würden, sowie eine Verstärkung bestehender Schmerzen. Nun steht aber ja auch fest dass Angst und Schmerz im selben Gehirnareal verarbeitet werden, weshalb auch psychosomatische Beschwerden, allen vorran Schmerzen, entstehen können.

      Jetzt wäre ja mal ein interessanter Denkansatz, zu überlegen, ob möglicherweise diese Hyperalgesie andersherum nicht nur Schmerzen sondern auch die damit verwandte Angst steigert, sodass nun auch "Kleinigkeiten" wie eine Spinne als bedrohlicher wahrgenommen werden.

      Vllt können ja auch andere mal davon berichten, die längere Kratom-Pausen hatten. (Von Leuten die immer konsumieren ist eine Eigeneinschätzung meist schwierig, das würde mich nicht anders gehen.)
      Hattet Ihr auch Ängste die sich unter Kratom / Opioid-Absetzen langsam gebessert haben? Oder andersrum, welche die stärker wurden weil Kratom eingenommen wurde, wenn die akutwirkung weg wäre?

      Wäre für mich auch mal etwas was potentiell mit in meine Verschlechterung im letzten Jahr reinhauen könnte. Ich dachte immer es wäre der Teufelskreis, mit immer Beschwerden haben - Zum Arzt rennen - neue Beschwerden haben - Wieder zum Arzt etc.. Dass das Kratom das ganze im Laufen halten könnte habe ich nie so recht wahrgenommen, aber wenn dem so ist wäre es ein Hammer und für mich der endgültige Nagel zum Absetzen des Dauerkonsums und maximal noch auf gelegentlicher bzw. Bedarfsbasis.
    • Ich habe mit schweren Panikattacken zu kämpfen, welche oftmals länger als 6 Stunden angehalten haben - durchgehende Todesangst.
      Sich dort herauszukämpfen war unfassbar schwer. Ich hatte diese ca. 4 Jahre lang. Im ersten Jahr fast jeden Tag. Durch eine Psychotherapie ( Verhaltenstherapie ) , habe ich die Panikattacken in den Griff bekommen. Heute habe ich eigentlich fast gar keine mehr, allerdings haben sich dadurch trotzdem noch mehr Ängste gebildet, welche auch noch heute recht präsent sind. In diesem Bereich werde ich wohl mein lebenlang sehr sensibel für sein.
      Für Akutsituationen habe ich immer Diazepam genommen, was in solchen Situationen Gold-Wert ist.
      Eine Angstsörung, oder Panikstörung mit Panikattacken sind sehr lebenseinschränkend, daher sollten solche Erkrankungen von der Gesellschaft auch ernst genommen werden, eben wie wenn jemand zum Beispiel Parkinson hat. Parkinson ist halt auf Anhieb sichtbar, psychische Erkrankungen nicht.
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      Meine moderativen Aussagen sehen so aus.
    • Ich bin im Prinzip dauerhaft zerfressen von Angst, echt schlimm. Ich hab so lange ich denken kann wirklich schlimme Ängste. Wirklich sehr anstrengend. Es gibt Momente mit kratom, Gras oder Alkohol, da werden die Ängste gut unterdrückt. Aber auch nicht immer. Ich würde mir wirklich ein Leben ohne Angst oder Depressionen wünschen, hab dafür auch viel getan, sehr viel Psychotherapie in Anspruch genommen, ambulant und stationär, für kurze Zeit war es dann vielleicht etwas besser, aber im großen und ganzen war sie immer sehr existent